Dienstag, 10. Februar 2009

...

Heute nach Harun Farockis “Zum Vergleich“ im Delphi: Das Gespräch, zwischen deutscher Moderatorin und deutschem Filmemacher, lief auf englisch, wer weiß warum. Es war kein schlechtes Gespräch zu einem schönen Film. Irgendwann, Farocki hatte sich gerade bei der US-amerikanischen Filmemacherin Barbara Hammer zu einem „very good reading“ eines Details seines Films bedankt, meldete sich ein Zuschauer, der seit vielen Jahrzehnten in der kommunalen Filmarbeit Deutschland mitmischt, mit einer Sprachkritik (auf Deutsch). Beim Filmegucken ginge es doch immer noch um das „Sehen“ und nicht um „Lesen“ und Farocki solle mal seine Wortwahl bedenken, und überhaupt gebe es auch viel zu viel Filmkritik nach der einzige wahren Frieda Grafe. Farocki dankt bissig und entschuldigt sich mit einiger Selbstironie (auf Englisch) mit dem Hinweis auf die ungewollte Anpassung an den Slang von „american academia“. Der Film selbst ist so großartig wie simpel.

Abends dann Kosslicks Lieblingsfilm, „Food Inc.“ im Cubix: Das ist „We feed the world“ auf Amerikanisch. Oder, anders gesagt, „An unconvenient truth“ zur Nahrungsindustrie. Sehr faktenreich, sehr informativ, nur etwas nervig aufgemacht in puncto Musikeinsatz und Erzählerstimme. Aber für die gute Sache sollte man das in diesem Fall vermutlich akzeptieren: Anschließend möchte man gleich die nächste klinarische Widerstandsgruppe gründen.

Dies sei zum Anlass genommen, um noch einmal auf den harschen Widerspruch von Kosslicks Engagement in puncto 'kulinarisches Kino' und der Tatsache hinzuweisen, dass es am Potsdamer Platz keinen einzige Ort gibt, wo man schnell und einigermaßen bezahlbar eine gesunde und sättigende Mahlzeit bekommt, nicht mal ein Falafel. (Oder bin ich die einzige, die den Geheimtipp in diese rSache nicht kennt?) Ein anständiger preiswerter Berlinale-Imbiss statt filmbegleitender Fünf-Gänge-Menüs für 40 Euro, wäre das nicht etwas? Aber vielleicht sollte man die Sache für nächstes Jahr einfach selbst in die Hand nehmen. Salate und Suppen in Selbsthilfe im Zelt auf dem Potsdamer Platz.
SHallensleben - 10. Feb, 10:03
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Stefan Hoeltgen - 10. Feb, 10:48
Mein Tipp:
In den Arkaden, in der ersten Etage befindet sich ein "Sportcafé", in dem täglich für 7 Euro Zugang zum Frühstücksbüffet herrscht. Kaffee so viel man möchte und tatsächlich gesunde Sachen zum Essen. Dazu kann man von oben die Warteschlange der armen Ticket-Käufer bewundern.

Wohl bekomm's!

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